Mann steht neben Frau mit seinen Sachen bereit für neuen Job

Interner Arbeitsplatzwechsel – so kommst du gut im neuen Job an

Berufliche Neuorientierung kann vielfältig sein. Neben der klassischen Variante, in der man das Unternehmen oder gänzlich den Beruf wechselt, ist auch eine interne Weiterentwicklung oder Umorientierung möglich.

Viele Unternehmen begrüßen es sehr, wenn Mitarbeiter intern aufsteigen oder wechseln. Insbesondere im mittleren Management ist dies eine gängige Art der Mitarbeiterentwicklung, aber auch auf der Sachbearbeiter-Ebene kommt es vermehrt zu internen Arbeitsplatzwechseln.

Welche Vorteile ein interner Jobwechsel für dich hat und mit welchen Herausforderungen du rechnen solltest, erläutere ich dir in diesem Artikel.

Übrigens: Einige der Punkte kannst du auch gerne als Argumentationsvorlage für dein nächstes Mitarbeitergespräch mit der Geschäftsleitung oder deinem Vorgesetzten nutzen.

Vorteile beim internen Arbeitsplatzwechsel

In den letzten 20 Jahren haben wissenschaftliche Forschungen zur „Gratitude“ extrem zugenommen. Gerne wird Dankbarkeit in Studien zur Reduktion von chronischem Stress und zur allgemeinen Gesundheitsprävention untersucht. Die Ergebnisse sind erstaunlich, denn Dankbarkeit wirkt nachweislich gut gegen Depressionen, mildert Angstzustände und Stresssymptome. Diese positive Emotion ist ebenfalls wichtig zur Stärkung von zwischenmenschlichen Beziehungen und sie aktiviert das allgemeine Wohlbefinden. Übungen zur Steigerung von Dankbarkeit haben sich bislang in der Psychotherapie noch nicht gänzlich durchgesetzt. Doch sie sind auf dem Vormarsch. In der Positiven Psychologie allerdings haben sie schon längst einen festen Platz eingenommen.

Was passiert, wenn man dankbar ist?

Grundsätzlich möchte ich festhalten, dass man als Arbeitnehmer:in bei einem internen Jobwechsel verschiedene Möglichkeiten hat.

Die wohl häufigste ist der Positionswechsel oder auch Aufstieg in eine Führungsrolle. Möglich sind aber auch Team- oder Geschäftsstellenwechsel, bei denen man im Fachbereich bleibt oder eine komplette Neuorientierung durch einen Abteilungswechsel in einen anderen Fachbereich vornimmt.

Letzteres ist besonders empfehlenswert, wenn man sich im Unternehmen wohlfühlt, aber nach anderen fachlichen Herausforderungen sucht. Wie bereits erwähnt sind Unternehmen mittlerweile sehr bestrebt gute Mitarbeiter:innen zu halten, sodass sich ein Wechsel aus dem Marketing, Einkauf oder Vertrieb ins Human Resources oder in eine andere Abteilung bei Weitem nicht mehr ganz so schwierig gestaltet, wie man vermuten mag.

Denn ein interner Wechsel hat einige Vorteile.

1. Der Heimvorteil

Wer intern wechselt, muss sich nicht in die Unternehmensstrukturen neu einfinden. Für das Unternehmen hat das den großen Vorteil, dass man bei der Einarbeitung nicht mehr bei null anfangen muss. Zusätzlich kennen beide Parteien sich bereits und wissen Grundlegendes über die Zusammenarbeit und das Betriebsklima. Das kann den Veränderungsprozess, mit dem man im Rahmen eines beruflichen Neustarts konfrontiert wird, enorm erleichtern.

2. Loyalitäts-Pluspunkte

Mitarbeiter:innen, die signalisieren, dass sie sich intern weiterentwickeln möchten, zeigen Loyalität und Verbundenheit. Das ist ein gutes Feedback für die Unternehmensführung. Denn nur wer sich in einem Unternehmen wohlfühlt, hält nach internen Entwicklungsmöglichkeiten Ausschau. Dies wiederum verringert die Fluktuationsrate und senkt langfristig Personalkosten. Gleichzeitig profitiert man als Mitarbeiter:in oft von der Loyalität und dem Vertrauen der ehemaligen Kolleg:innen. Auch hier fängt man nicht bei null an, sondern man hat bereits beim Neustart zwischenmenschlichen Rückhalt durch Vertraute und Bekannte im Unternehmen.

3. Förderung von abteilungsübergreifender Zusammenarbeit

Moderne Unternehmen fördern mittlerweile mit Vorliebe die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit. Mitarbeiter:innen, die sich gut verstehen, gut zusammenarbeiten und kurze Entscheidungs- bzw. Absprachewege finden, sind Gold wert. Langfristig wird dadurch die Produktivität gesteigert und eine positivere Fehlerkultur aufgebaut. Auch die Mitarbeiterzufriedenheit steigt, wenn man unkompliziert miteinander, auch fach- oder abteilungsübergreifend, zusammenarbeitet.

Welchen Vorteil das für die betriebliche Gesundheitsförderung hat, kannst du übrigens im Artikel Positive Psychologie und PERMA-Modell in der betrieblichen Gesundheitsförderung nachlesen.

 

Mein Tipp:
Wenn du also interne Stellenausschreibungen sehen solltest, die dich interessieren und dich in deiner beruflichen Weiterentwicklung fördern, dann zögere nicht.

Suche am besten ein persönliches Gespräch mit der Personalabteilung und/oder deinem Vorgesetzten und erfrage ganz konkrete Schritte, wie du einen internen Wechsel so unkompliziert wie möglich durchführen kannst.

Bereite dich gut auf das Gespräch vor und erläutere deinen Standpunkt realistisch. Unternehmen kennen die Vorteile, die sich aus einem internen Jobwechsel ergeben und besetzen Stellen in der Regel lieber intern als extern.

Aber ACHTUNG: Ein interner Wechsel hat auch besondere Herausforderungen, lasse auch diese in deine Überlegungen und Argumentation einfließen.

Herausforderungen bei einem internen Jobwechsel

So schön und vorteilhaft ein interner Arbeitsplatzwechsel erscheint, so birgt er auch ganz eigene Herausforderungen.

Setze dich mit ihnen am besten so früh wie möglich auseinander und erarbeite Strategien, wie du diese Herausforderungen bestmöglich bewältigen kannst. Meine Tipps können dir dabei helfen.

1. Keine oder unzureichende Einarbeitung

Der eindeutige Heimvorteil, den sowohl Mitarbeiter:innen als auch Unternehmen durch einen internen Jobwechsel erhalten, kann auch nach hinten losgehen. In etwa dann, wenn man die Einarbeitung der internen Mitarbeiter:innen vernachlässigt oder gar ganz ausfallen lässt. Ganz nach dem Motto: „Herr Müller arbeitet schon seit 10 Jahren bei uns. Der weiß das bestimmt“ – werden nicht selten Fachwissen oder Kenntnisse über Arbeitsprozesse vorausgesetzt.

Allerdings braucht man genauso wie bei einem externen Jobwechsel auch intern Zeit zum Einarbeiten und eine gute Betreuung. Nur so findet man sich bestmöglich im neuen Wirkungskreis zurecht. Insbesondere wenn man fachübergreifend wechselt, braucht man eine ebenso umfassende Einarbeitung wie bei einer beruflichen Neuorientierung in einem anderen Unternehmen.

Mein Tipp: Sollte dies bei dir der Fall sein und deine Einarbeitung zu kurz oder unzureichend ausfallen, dann nehme es nicht persönlich. Werde aber aktiv und zeige Eigeninitiative.

Deine Kollegen und Vorgesetzten darauf höflich hinzuweisen, dass du noch weitere Schulungen benötigst oder dir eine intensivere Einarbeitung wünscht, ist vollkommen in Ordnung. Übernimm hier gerne Eigenverantwortung und sprich es an, wenn eine gute Einarbeitung nicht automatisch stattfindet.

Wenn möglich erörtere schon beim Mitarbeiter- bzw. Bewerbungsgespräch dieses Thema und halte am besten schriftlich fest, wie die Einarbeitung erfolgt, wer dich während dieser Zeit betreut und wie lange sie dauern soll. Nur so wirst du in der Lage sein, deinen Heimvorteil gänzlich auszukosten und dein neues Team schnellstmöglich unterstützen zu können.

2. Schwierigkeiten mit dem ehemaligen Vorgesetzten

Niemand lässt gerne gute Mitarbeiter:innen gehen. Und auch hinter „dem Anzug und der Krawatte“ sind wir alle Menschen J Deswegen sei nicht überrascht, wenn der interne Jobwechsel nicht sehr glatt läuft.

Es kommt tatsächlich häufiger vor, dass sich Vorgesetzte dagegen sträuben, einen internen Wechsel zu genehmigen oder zu befürworten. Schließlich bedeutet das für sie, dass sie ihr Team wieder neu aufstellen und nach Ersatz suchen müssen. Diese Veränderung kann zusätzlichen Stress bedeuten – auch wenn ein gutes Arbeitsklima herrscht und man mit der Abteilungsleitung grundsätzlich gut auskommt.

Auch im Nachgang kann es in manchen Fällen zur kalten Schulter oder zu unangepasstem Verhalten der ehemaligen Vorgesetzten kommen. Im Big Picture profitieren jedoch das Unternehmen und auch die Mitarbeiter:innen in der Regel von einem internen Jobwechsel.

Mein Tipp: Einige mag diese Tatsache eher abschrecken, sodass sie sich direkt extern orientieren. Das muss aber nicht sein. Sei dir einfach bewusst, dass du weder mit deinem Team noch mit deinem Vorgesetzten „verheiratet“ bist (also in den meisten Fällen :)).

Veränderungen müssen manchmal sein. Normalerweise legen sich diese Schwierigkeiten nach einer gewissen Zeit. Sei also geduldig und arbeite an deiner Resilienz, deiner Kommunikation und deinem Durchsetzungsvermögen. In solchen Fällen ist es ratsam, sich auf die Vorteile der neuen Tätigkeit zu konzentrieren und nicht in die Vergangenheit, sondern eher in die Zukunft zu schauen.

3. Übersteigerte Loyalität für die ehemalige Abteilung

Insbesondere wenn man lange und gerne in einem Team oder einer Abteilung tätig war, werden Fragen der ehemaligen Abteilungskollegen auch nach einem internen Jobwechsel nicht ausbleiben. Manchmal macht man es fast schon aus alter Gewohnheit, dass man kurz den Hörer in die Hand nimmt und wie üblich beim Kollegen nachfragen oder sich seine:ihre Meinung abholt. Denn auch wenn diese:r nicht mehr in der Abteilung oder Team beschäftigt ist, so ist er:sie doch noch im Unternehmen.

In manchen Fällen kommt es auch vor, dass sich der Übergang an einen neuen Arbeitsplatz zeitlich mit noch laufenden Projekten überschneidet oder man nachträglich noch die Einarbeitung der Nachfolger:in übernehmen soll. Sehr schwierig kann es auch werden, wenn man aus Loyalität seinen alten Kolleg:innen gegenüber Aufträge der alten Abteilung übernimmt, obwohl man schon intern im neuen Job ist. Das kann langfristig zu einer Doppelbelastung führen und sich auch negativ auf die Zusammenarbeit im neuen Team auswirken.

Was sollte man also hier tun?

Mein Tipp: Sprich dieses Thema mit deinem neuen und alten Team ab. Nur durch offene Kommunikation wirst du langfristig zufriedenstellende Ergebnisse erreichen. Am besten findet man gemeinsam eine Lösung, wenn du tatsächlich noch für eine Weile in der alten Abteilung gebraucht wirst. Dies sollte allerdings zeitlich begrenzt sein und sich für alle Parteien transparent gestalten.

Nein zu sagen und Grenzen – auch im Beruf – zu setzen, ist nicht immer einfach.

Bei Bedarf ist es auch hier ratsam, an Charakterstärken wie Resilienz, Durchsetzungsvermögen und Kommunikationsstil zu arbeiten.

Da diese Situationen ein gewisses Fingerspitzengefühl verlangen, kläre dies am besten schon im Vorfeld ab.

Wenn du erfahren möchtest, welche Bedeutung die Rollenklarheit bei einer neuen Funktion, Position oder bei einem Projekt hat, dann lies gerne in diesem Artikel weiter.

Und bei direkten Fragen zum Aufbau und Stärkung von Resilienz und Durchsetzungsvermögen schreibe mir gerne oder buche dir einen Termin bei mir.

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